Woher weiß ich eigentlich, was ich will?

Ganz ehrlich: Hast du dir diese Frage auch schon mal gestellt?

Wahrscheinlich nicht mitten im Urlaub oder beim Sonnenuntergang am Meer. Aber vielleicht Montagmorgen im Auto. Der Blick aus dem Fenster, immer dieselbe Strecke. Oder abends auf dem Sofa, wenn du das Handy endlich weggelegt hast. Dann klopft sie an. Und je öfter du darauf keine zufriedenstellende Antwort findest, desto schneller entsteht der Zweifel: „Irgendetwas stimmt hier nicht. Vielleicht fehlt mir die Richtung. Vielleicht kenne ich mich ja selbst nicht gut genug.“ 

Das stille Missverständnis hinter dem „Was will ich wirklich?“

Meistens liegt das Problem gar nicht darin, dass wir nicht wissen, was wir wollen. Der eigentliche Trugschluss ist ein anderer: Wir glauben vorher absolut sicher sein zu müssen, dass ein Weg „der Richtige“ ist. Wir suchen nicht nach einer Entscheidung – wir suchen nach der perfekten Entscheidung, welche eindeutig gut, sinnvoll, vernünftig und richtig ist. Am besten mit der Garantie, es später niemals zu bereuen. Genau hier beginnt die innere Überforderung. Diese resultiert daraus, dass wir übersehen, dass absolute Klarheit vorher nicht existiert. Und trotzdem tun wir so, als müsste das irgendwo geben. Wie jemand, der erst ins Wasser springen will, wenn keine einzige Welle mehr kommt. Es folgt endloses Grübeln. Wir analysieren, vergleichen, wägen ab, schreiben Pro & Contra Listen und treffen am Ende doch keine Entscheidung. Warum?

Weil die eigentliche Frage „Was will ich?“ hinter etwas anderem verschwindet: der Angst, etwas falsch zu machen. Plötzlich geht es gar nicht mehr darum, was wir wirklich wollen. Sondern nur noch darum, bloß nichts Falsches zu entscheiden. Etwas soll vernünftig sein, zukunftssicher, fair, gesund, sinnvoll, moralisch richtig und am besten auch noch von anderen akzeptiert. Doch genau diese Angst blockiert Weiterkommen. Denn die meisten Entscheidungen im Leben sind nicht eindeutig. Sie haben gleichzeitig Vor- und Nachteile. Etwas kann sinnvoll wirken und trotzdem Angst machen. Etwas kann sich richtig anfühlen und gleichzeitig Unsicherheit auslösen.

Warum dieses Grübeln sich so sinnvoll anfühlt

Unser Gehirn liebt Sicherheit. Am liebsten mit TÜV-Siegel, Rückgaberecht und lebenslanger Garantie. Solange wir weiter nachdenken, bleibt die Hoffnung bestehen, irgendwann doch noch „die eine Antwort“ zu finden, welche absolute Gewissheit bringt. Doch viele Fragen im Leben funktionieren nicht so. Manche Antworten entstehen nicht vorher im Kopf. Sondern erst später durch Erfahrung. Erst wenn man merkt, wie sich etwas wirklich anfühlt. Das bedeutet nicht, leichtfertig zu handeln. Sondern zu erkennen, dass nicht jede Frage vollständig lösbar ist. Und genau dort beginnt oft etwas Entscheidendes: Menschen hören auf, ihre gesamte Energie in Grübeleien zu verlieren. Denn nicht die Frage „Was will ich wirklich?“ erschöpft uns am meisten – sondern der Versuch, jede Unsicherheit auszuschließen.

Ein weiterer Grund: Nicht selten wissen wir ziemlich genau, was wir wollen – aber wir sind nicht bereit, den Preis dafür zu bezahlen. 

Denn jede Entscheidung bedeutet gleichzeitig auch Verzicht. Wer sich für etwas entscheidet, entscheidet sich immer auch gegen etwas anderes. Gegen Sicherheit. Gegen Gewohnheiten. Gegen Bequemlichkeit. Gegen die Anerkennung bestimmter Menschen. Gegen ein bisheriges Selbstbild. Wir wünschen uns Veränderung, aber möchten gleichzeitig, dass möglichst alles so bleibt wie bisher. Genau darin entsteht häufig die innere Blockade. Denn Ziele klingen in der Vorstellung oft wunderschön – solange sie uns emotional nichts kosten. Doch echte Entwicklung fordert fast immer etwas von uns. Zeit. Energie. Mut. Vielleicht auch Konflikte, Unsicherheit oder die Bereitschaft, andere zu enttäuschen.

Was du jetzt mitnehmen kannst: A: Vielleicht liegt die Antwort auf die Frage „Was will ich wirklich?“ gar nicht darin, schon vorher alles genau wissen zu müssen. Sondern darin, trotz Unsicherheit loszugehen und offen dafür zu bleiben, dass man unterwegs dazulernt und sich ein Weg auch einmal als nicht der richtige herausstellen kann. B: Bin ich bereit, dafür etwas aufzugeben?“ Denn manchmal fehlt uns nicht die Klarheit über das Ziel. Sondern die Bereitschaft, die Konsequenzen dieses Weges zu tragen.

Wenn du für dich herausfinden möchtest, ob der Weg mit dem Dr. Holzinger Institut der richtige für dich ist, laden wir dich herzlich zu unserem kostenfreien Info-Meeting zur Ausbildung zum Cognitive Coach ein. Denn diese Ausbildung richtet sich nicht nur an Menschen, die später professionell coachen möchten. Durch die einzigartige Verbindung aus Coaching-Kompetenz und persönlicher Selbstentwicklung eignet sie sich genauso für alle, die sich selbst besser verstehen, neue Klarheit gewinnen und herausfinden möchten: Wo möchte ich wirklich hin? Was entspricht mir wirklich? Und wie möchte ich mein Leben gestalten?

Manche beginnen die Ausbildung, um Coach zu werden. Andere beginnen sie, um sich selbst näherzukommen. Beides ist möglich.

Die nächsten Termine sind: 12. Juni und 26. Juni

Weitere Insights

Warum sich das Leben plötzlich leer anfühlt

Was Sinn ist – und was nicht

Zwischen Kontrolle und Stillstand:  Die Angst vor Fehlern