Viele Coaching Ausbildungen machen dich reich an Tools. Was dabei oft auf der Strecke bleibt: ein echtes Verständnis dafür, wie Menschen tatsächlich funktionieren. Das merkst du nicht im Kurs, sondern später –wenn jemand wirklich feststeckt und du zwar weißt, welche Frage als nächstes käme, aber nicht, warum du sie stellst. Genau da unterscheidet sich, welche Ausbildung ein Fundament hinterlässt – und welche nur ein Zertifikat. Bevor du dich für eine Ausbildung entscheidest, lohnt sich deshalb eine Grundsatzfrage: Woher kommt eigentlich das Wissen, das mir dort vermittelt wird?
Denn wenn du später mit Menschen und ihren persönlichen Problemen, Entscheidungen, Konflikten und Emotionen arbeiten möchtest, solltest du wissen, auf welchem Fundament deine Methode steht. Genau hier unterscheidet sich unsere Cognitive Coaching Ausbildung von vielen Coaching-Ansätzen. Wir haben nicht einfach irgendwann eine eigene Coaching-Methode erfunden. Der Kognitive Ansatz, den du bei uns kennenlernst, hat seine Wurzeln in einer langen psychologischen und psychotherapeutischen Tradition und wird durch Erkenntnisse der modernen Kognitionsforschung ergänzt.
Am Anfang steht eine ziemlich grundlegende Frage: Warum kann ein Mensch an einer Situation verzweifeln, während ein anderer mit einer sehr ähnlichen Situation vergleichsweise gut umgehen kann? Eine entscheidende Antwort darauf lautet: Weil zwischen dem, was passiert, und unserer Reaktion darauf noch etwas liegt: unser Denken. Wir nehmen Situationen nicht einfach neutral auf. Wir interpretieren sie. Diese Idee ist keineswegs ein neuer Coaching-Trend. Dieser Gedanke ist wesentlich älter als die moderne Psychologie. Schon der stoische Philosoph Epiktet formulierte vor fast 2.000 Jahren sinngemäß: Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern die Vorstellungen und Bewertungen, die sie sich von den Dingen machen. Albert Ellis griff diesen Grundgedanken auf und führte ihn zu einem der einflussreichen Wegbereiter der kognitiven Verhaltenstherapie.
REBT-Begründer Albert Ellis: Präzise Antworten auf moderne Probleme
Der amerikanische Psychologe Albert Ellis entwickelte ab 1955 die Rational-Emotive Verhaltenstherapie, international als REBT bekannt. Daraus entwickelte sich das bekannte ABC-Modell.
A – Activating Event: Was ist passiert?
B – Beliefs: Was denke und glaube ich darüber?
C – Consequences: Welche emotionalen und verhaltensbezogenen Konsequenzen entstehen daraus?
In seiner Konsequenz verändert dieses Modell den Blick auf menschliche Probleme grundlegend. Denn wenn nicht ausschließlich die Situation selbst unsere emotionale Reaktion bestimmt, können wir anfangen, dort genauer hinzusehen, wo Veränderung möglich wird: bei unseren Überzeugungen und Bewertungen.
Aus einer Theorie wurde eine jahrzehntelange Tradition
Genau das ist für uns wichtig. Die Grundlage unserer Ausbildung ist keine Methode, die erst vor wenigen Jahren für den Coaching-Markt entwickelt wurde. Hinter ihr steht eine jahrzehntelange Geschichte der Auseinandersetzung mit menschlichem Denken, Fühlen und Verhalten. Albert Ellis gründete 1959 das heutige Albert Ellis Institute in New York. Seit Jahrzehnten werden dort Fachleute in REBT ausgebildet und der Ansatz wissenschaftlich und praktisch weiterentwickelt.
Genau das verstehen wir unter einem tragfähigen Fundament: nicht die Behauptung, die eine endgültige Wahrheit gefunden zu haben – sondern auf Wissen aufzubauen, das sich jahrzehntelang der fachlichen Auseinandersetzung stellen musste.
Wie sich der Kognitive Ansatz von einer Psychotherapie unterscheidet
Dies ist eine wichtige Unterscheidung. Denn unsere Cognitive Coaching Ausbildung ist keine Psychotherapieausbildung und ersetzt keine notwendige psychotherapeutische oder medizinische Behandlung. Wir übertragen vielmehr zentrale Erkenntnisse aus dem kognitiv-verhaltenstherapeutischen Denken auf den Coaching-Kontext. Denn Menschen beschäftigen sich nicht erst dann mit ihren Gedanken und Bewertungen, wenn eine psychische Erkrankung vorliegt. Sie tun es jeden Tag:
- Wenn sie mit ihrem Chef streiten.
- Wenn sie Angst vor einer Entscheidung haben.
- Wenn sie sich über ihren Partner ärgern.
- Wenn sie an sich selbst zweifeln.
- Wenn sie beruflich nicht weiterkommen.
- Oder wenn das Leben schlicht anders läuft, als sie es sich vorgestellt haben.
Aus diesem Grund ist der Kognitive Ansatz auch für Coaching so interessant. Er gibt uns ein Modell an die Hand, mit dem wir genauer untersuchen können, wie ein Mensch aus einer Situation ein persönliches Problem macht – und welche seiner Bewertungen dabei eine Rolle spielen.
Wie wir aktuelle Kognitionsforschung integrieren und warum das für Coaches entscheidend ist
Eine fundierte Ausbildung sollte aus unserer Sicht aber nicht nur Tradition bewahren. Sie muss auch bereit sein, neue Erkenntnisse aufzunehmen. Deshalb endet unser Ansatz nicht bei Albert Ellis. Eine entscheidende Rolle für den Ansatz, den wir heute in der Cognitive Coaching Ausbildung vermitteln, spielen dabei die theoretischen Erweiterungen von Prof. Milenko Vlajkov (Begründer der Ausbildung und Internationaler Supervisor RE&KVT). Darüber hinaus wird unser Ansatz durch moderne Kognitionsforschung erweitert – also durch Erkenntnisse darüber, wie Menschen wahrnehmen, urteilen und Entscheidungen treffen. Ein besonders bekannter Vertreter dieser Forschung war der Psychologe und Nobelpreisträger Daniel Kahneman.
Seine Forschung machte einem breiten Publikum verständlich, dass menschliches Denken keineswegs immer langsam, bewusst und logisch abläuft. Ein großer Teil unserer Informationsverarbeitung geschieht schnell, automatisch und intuitiv. Wir greifen auf mentale Abkürzungen zurück. Wir unterliegen systematischen Verzerrungen. Und wir können von einer Einschätzung vollkommen überzeugt sein, obwohl unser Denken fehleranfällig ist. Das ist für Coaching von enormer Bedeutung. Denn es reicht nicht, einen Menschen einfach zu fragen: „Was denkst du darüber?“ Wir müssen verstehen lernen, wie Denken überhaupt funktioniert.
Genau daraus entsteht unser Coaching Ansatz
In unserer Cognitive Coaching Ausbildung verbinden wir deshalb nicht verschiedene Coaching-Tools miteinander. Es geht um ein zusammenhängendes Verständnis des Menschen. Die Rational-Emotive Verhaltenstherapie nach Albert Ellis liefert dafür ein wesentliches Fundament. Die kognitive Verhaltenstherapie und ihre jahrzehntelange Entwicklung liefern einen wissenschaftlichen und praktischen Bezugsrahmen. Und Erkenntnisse der modernen Kognitionsforschung helfen uns, menschliches Wahrnehmen, Bewerten und Entscheiden noch genauer zu verstehen. Daraus entsteht das, was wir den Kognitiven Ansatz nennen. Nicht als starres Dogma. Sondern als Modell, mit dem wir versuchen, menschliches Denken, Fühlen und Handeln möglichst präzise zu verstehen.
Warum ist das für deine Coaching Ausbildung wichtig?
Weil du später einem Menschen gegenübersitzt. Vielleicht erzählt er dir von einem Konflikt mit seinem Partner. Von Versagensängsten. Von einer schwierigen beruflichen Entscheidung. Von Wut auf einer Kollegin. Oder davon, dass er genau weiß, was er verändern möchte und es trotzdem nicht tut. Dann reicht es nicht, eine Liste mit 25 Coaching-Tools auswendig gelernt zu haben. Du musst verstehen, wonach du eigentlich suchst.
- Was ist passiert?
- Was interpretiert der Mensch?
- Was davon ist Beobachtung – und was bereits Bewertung?
- Welche Überzeugungen liegen darunter?
- Welche emotionalen und verhaltensbezogenen Konsequenzen entstehen daraus?
- Und an welcher Stelle kann dieser Mensch tatsächlich etwas verändern?
Deshalb geht es uns in der Ausbildung nicht zuerst darum, deinen Methodenkoffer möglichst voll zu machen. Wir wollen dein Verständnis schärfen. Denn wer nur eine Methode gelernt hat, braucht für jedes Problem möglicherweise eine neue Methode. Wer aber die zugrunde liegenden Zusammenhänge versteht, kann anfangen, auch neue und komplexe Situationen einzuordnen.
Eine Ausbildung sollte mehr hinterlassen als ein Zertifikat
Natürlich erhältst du am Ende einer Ausbildung ein Zertifikat. Aber das kann aus unserer Sicht nicht ihr eigentlicher Wert sein. Entscheidend ist, was du verstanden hast. Wie präzise du einem anderen Menschen zuhören kannst. Welche Zusammenhänge du erkennst. Welche Fragen du stellst. Und ob du irgendwann nicht mehr nur einzelne Schritte einer Methode ausführst, sondern verstehst, warum du sie ausführst. Vielleicht beschreibt eine unserer Ausbildungsteilnehmerinnen genau deshalb ihre Erfahrung so:
„Nach Stufe 1 habe ich schon so viel Wissen aus der Theorie und den Übungen mitgenommen, dass ich bereits die Schönheit, die Klarheit und die Präzision in dem strukturierten Ansatz erkennen konnte. Obwohl ich weiß, dass ich noch am Anfang stehe. Deshalb bin ich erst recht neugierig und will weiterlernen.“
Genau diese Neugier möchten wir wecken. Nicht auf den nächsten Coaching-Trend. Sondern auf eine Frage, mit der sich Philosophie und Wissenschaft schon sehr lange beschäftigen: Warum denken, fühlen und handeln Menschen eigentlich so, wie sie es tun? Und was können wir verändern, wenn wir beginnen, das wirklich zu verstehen?
Erlebe den Ansatz selbst
Natürlich können wir dir viel darüber erzählen, auf welchem Fundament unsere Ausbildung steht. Am Ende solltest du dir aber selbst ein Bild machen. Bei unseren kostenfreien Info-Events am 25.09. und am 9.10. lernst du nicht nur die Cognitive Coaching Ausbildung und ihr theoretisches Fundament kennen. Du kannst beim Friday Night Coaching live miterleben, wie der Kognitive Ansatz in der Praxis angewendet wird.
Beobachte selbst, welche Fragen gestellt werden, wie Gedanken und Bewertungen sichtbar werden und was sich dadurch in einem Gespräch verändern kann.